In Startphasen von digitalen Produkten schlägt Distribution Technologie – Carsten Bohling zu Gast (Founder Homerockr, ex EventInc, ex InnoGames)

In frühen Phasen von digitalen Produkten schlägt Distribution Technologie
Jan Hoppe & Carsten Bohling

Wieso Vertrieb und Marketing für den frühen Produkterfolg massiv unterschätzt werden – und Product Led Growth kein Fit für Bootstrapped Startups ist

In der sechzehnten Folge des PRODUKTKRAFT Podcasts spreche ich mit Carsten Bohling. Carsten ist Marketing-Profi mit Stationen unter anderem bei InnoGames und EventInc – und hat sich 2023 als Solopreneur mit Homerockr, einer App für die Verwaltung des Eigenheims, selbstständig gemacht. Das Besondere: Carsten kommt nicht aus dem Produktmanagement, sondern aus dem Marketing. Produktskills musste er sich auf dem Weg selbst aneignen. Was er dabei gelernt hat und wo er überrascht wurde, teilt er offen im Gespräch.

Ein zentrales Thema der Folge: Wieso sind Vertrieb und Wachstum auch in 2026 wichtiger als die Möglichkeiten von Vibe Coding mit Lovable und Co? Carsten hat Homerockr auf Bubble gebaut – bewusst Low-Tech, bewusst pragmatisch. Denn sein Learning ist klar: Der Tech Stack ist zweitrangig, wenn Distribution nicht stimmt. Wir sprechen darüber, warum Product Led Growth für gebootstrappte Startups selten funktioniert, wieso man mit einer Vertriebsstrategie starten sollte, bevor das Produkt fertig ist, und welche Growth Hacks – von SEO über Quizzes bis hin zur konsequenten Nischenstrategie – tatsächlich Wirkung zeigen.

Dabei kommen wir auch auf die Missverständnisse zu sprechen, die in der Product Management Community rund um das Thema Marketing bestehen. Denn die Annahme, dass das Wachstum von alleine kommt, wenn das Produkt nur gut genug ist, hält der Realität selten stand. Was Produktleute besser verstehen müssen, woher das Unbehagen gegenüber dem Vertrieb kommt und worauf der Fokus beim Bootstrapping in 2026 liegen sollte – das alles hört Ihr in dieser Folge. Reinhören lohnt sich!

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Credits

Host & Producer: Jan Hoppe - https://www.linkedin.com/in/jan-hoppe-30b38ba3/ - http://www.produktkraft.com

Gast: Carsten Bohling - https://www.linkedin.com/in/carsten-bohling-a06229b6/ - https://www.homerockr.com

Audio Engineering: Tim Nippert - https://www.linkedin.com/in/tim-nprt-69a377286/ - https://www.timnippert.com/

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Transkript

Carsten: Am Ende geht es, glaube ich, darum, dass du in einem bestimmten Zeitabschnitt über mehrere Jahre ein Tool oder eine Plattform gut beherrschen kannst, bei der du dich sicher fühlst, schnell zu exekuten, also schnell Produkte bauen zu können. Dann sind wir eigentlich auch eher beim Vertrieb am Ende, weil die Hauptchallenge wird dann hinten heraus immer sein, nicht das Produkt zu haben für ein Problem, was gelöst werden muss, sondern das bessere Produkt. Ja, aber du kriegst es besser an die Zielgruppe. Ich glaube aber nicht, dass das dazu führt, jetzt akut, dass jetzt tausend von Leuten losgehen und irgendwie sagen, okay, ich mache mich selbstständig und baue ein Produkt. Wenn ich mich zum Beispiel mit dem Thema Bootstrapping auseinandersetze oder mit den Menschen dort, dann redet man immer eigentlich davon, eine solide App zu bauen, die ein bisschen unter dem Radar fliegt, aber halt dort auch schon richtig gut Geld machen kann. Wir reden nicht davon, dass wir in viralen Hit landen wollen und das nächste Dropbox bauen wollen, meiner Meinung nach.

Jan: Moin und herzlich willkommen zum Produktkraft Podcast. Ich bin Jan Hoppe und ich lade mir an dieser Stelle jeden Monat neue Gäste ein, um über digitales Produktmanagement zu reden. Heute soll es darum gehen, wie es ist, alleine zu gründen. Das Versprechen unserer heutigen Zeit ist, dass das kein Problem mehr ist. Jeder kann sich ganz alleine hinsetzen, lovable anmachen, ein paar Promts reinschmeißen und fertig ist die App und damit irgendwie auch das Startup. Oder? Naja, so ganz nicht. Also zum einen ist die Erzählung, dass Vibe Coding es jetzt möglich macht, alleine zu gründen und dass das vorher nicht möglich war, nicht ganz richtig. Denn No-Code-Dools haben auch vorher schon Leuten, die nicht selbst entwickeln konnten, das Leben leichter gemacht. Und ganz ehrlich, ein Startup ist am Ende des Tages mehr als nur ein funktionierendes Produkt. Auch wenn ich das als Produktperson natürlich nur sehr ungern zugebe. Also, es ist nicht nur die Software und dass man ohne technische Vorkenntnisse Software bauen kann, ist auch kein neues Phänomen. Worauf kommt es also wirklich an, wenn man heute was gründen will? Naja, neben dem Produkthandwerk halt ebenso sehr auch auf Marketing und Vertrieb. Denn so genial meine App auch ist, irgendjemand muss sie dann ja auch finden können. Und das betrifft nun wiederum Startups genauso wie etablierte Unternehmen. Wie funktioniert also eine gelungene Marketing-Strategie zu einem Produkt? Wie muss sie aussehen, wenn ich heute Bootstrappe? Und wie sieht es in etablierten Unternehmen aus? Genau diesen Themenkomplex möchte ich mit meinem heutigen Gast auseinandernehmen. Carsten Bohling. Carsten ist ehemaliger Kollege von mir und eigentlich ein Digital-Marketing-Urgestein, der mit mehr als zehn Jahren breiter Erfahrung auf allen möglichen Kanälen von E-Mail-Marketing bis hin zu SEO über SEA etc. vor einigen Jahren den Schritt gewagt hat, sich als Soloprenor selbstständig zu machen. Als solcher musste er nun wiederum das Produkthandwerk lernen und kann uns nun viel über die Brücke zwischen Produkt und Marketing erzählen. Seid also gespannt mehr zu erfahren, sowohl darüber, was es heißt, das Produkthandwerk von der Pike aufzulernen, als auch auf die Frage, was wir Produktleute über Marketing lernen müssen, um erfolgreich zu sein. Sowohl in Start-ups als auch in etablierten Unternehmen. Let's go! Moin Carsten, schön, dass du zu Gast bist.

Carsten: Moin Jan, vielen Dank für die Einladung.

Jan: Ja, ich freue mich sehr auf das Gespräch, denn unser Thema ist ja aktuell wirklich in aller Munde. Das Bauen wird günstiger und günstiger und das eröffnet Möglichkeiten, die es vorher nicht gab. Aber bevor wir richtig reinspringen, erzähl uns doch mal, wer bist du eigentlich und wie bist du da angekommen, wo du heute bist?

Vom Marketing-Manager bei InnoGames und EventInc zum Solopreneur: Carsten Bohlings Weg zu Homerockr

Carsten: Gerne, gerne. Ja, ich bin Carsten, bin sehr glücklicher Ehemann, glücklicher Vater von zwei Jungs mittlerweile und unternehmerisch seit ein paar Jahren dabei, eine Selbstständigkeit aufzubauen in Form einer App, die ich hochgezogen habe, die nennt sich HomerockR. Über die sprechen wir wahrscheinlich auch nachher ein bisschen. Hab vorher einen starken Marketing-Background gehabt oder habe den. Bin da so ein bisschen in der Games-Richtung angefangen, hier in Hamburg bei InnoGames und dann später bei EventInc gewesen. Da haben wir beide uns ja auch kennengelernt. Ja, genau. Und durfte da dann zuletzt das Marketing übernehmen. Und dann ging es sozusagen in die Selbstständigkeit. Aber grundsätzlich der Background ist schon stark eigentlich vom Marketing her.

Jan: Ja, hat Spaß gemacht damals auf jeden Fall, Marketing mit dir zu arbeiten. Damals ich den Produkthut auf, du den Marketinghut auf. Ein ganz schönes Zusammenspiel.

Carsten: Absolut. Haben wir schon früh erkannt, dass das ein Zusammenspiel ist.

Jan: Ja, richtig. Und ja, witzigerweise werden ich mich inzwischen hier und da mal mehr mit Marketing befasse, dass du dich im Rahmen des Homerocker-Prozesses natürlich jetzt mehr mit dem Bauen von Software und Bauen von Produkten befasst. Das heißt, erst der Marketing-Background und jetzt hast du einige Jahre einen Homerocker gebaut, etwas über zwei Jahre. Erzähl doch mal, was Homerocker ist und wie du da rangegangen bist.

Carsten: Ja, genau. Also vielleicht nochmal vorweg. Bei mir war immer schon so ein bisschen der Gedanke, dadurch, dass ich auch in den Unternehmen, in denen ich war, schon immer eng mit Produkt zusammengearbeitet habe, immer noch Interesse daran hatte, hey, wie wäre es eigentlich wirklich mal so ein eigenes Ding aufzubauen? Und ich glaube, dann gab es ein bisschen diese Indie-Hacker-Welle und auch mit KI so ein bisschen zusammen, dass man dann wirklich Möglichkeiten hatte, auch als Nicht-Techie ein eigenes Produkt zu bauen und da nicht irgendwie sich ein Co-Geschäftsführer oder ähnliches holen müsste, sondern man kann einfach selber loslegen. Da habe ich mich so ein bisschen reingefuchst und bin dann so ein bisschen auf die No-Code-Schiene gestoßen.

Jan: No-Code vielleicht einmal kurz erklären für die Leute?

Carsten: Ja, heute würde man Vibe Coding sagen, was noch die nächste Stufe ist, reden wir nachher auch nochmal drüber, aber No-Code war damals oder ist immer noch so ein bisschen das, dass du halt Tools nutzt, die so eine Art Baukastensystem haben. Das heißt, du würdest nicht selber coden, aber man kann durchaus sagen, dass du entwickelst und programmierst. Also du hast verschiedene Möglichkeiten. Ich nutze zum Beispiel das Tool Bubble, wo du verschiedene Beziehungen herstellen kannst, Automatisierungen herstellen kannst. Du kannst das Frontdesign machen. Da ist ein Backend mit angedockt. Das heißt, wenn du grundsätzlich Ahnung von Daten und auch Aufbau von visuellen Sachen hast, dann kannst du das supergut dort verknüpfen. Und das ist halt ein All-in-one-Suit sozusagen.

Jan: Ja, mega. Vielleicht, bevor wir jetzt gleich richtig inhaltlich einsteigen, ist ja schon ein Schritt auch zu sagen, du meintest ja gerade, ja cool, ich habe die Möglichkeit, das ohne technischen Co-Founder zu machen und einfach mal alleine was zu gründen und zu gucken, was draus wird. Das ist aber natürlich auch ein Weg, das alleine zu machen, der wahrscheinlich auch nicht für jede Person gut geeignet ist. Also was hat dich da motiviert zu sagen, ich mache jetzt einfach mal wirklich alles, alles.

Carsten: Ja, also erstmal war es bei uns, glaube ich, so im privaten Bereich, zwei Ströme, die da reinkamen. Zum einen hatten wir dann die beiden Kids bekommen, beziehungsweise eins, und das andere stand bevor. Und wir hatten halt eine gewisse Vorstellung davon, wie viel Zeit wir sozusagen den Kindern geben wollen würden. Und kam relativ schnell zu dem Punkt, okay, es ist nicht so, dass wir hier beide eine Vollzeitkarriere durchziehen, 40 oder in Summe den 80 Stunden arbeiten. Und das kriegen wir so halt nicht hin. Und dann war die Frage, was machen wir da? Zeitgleich habe ich in meiner ersten Elternzeit, die ich hatte, so ein kleines Internetprojekt aufgezogen. Habe ich mich tatsächlich mit so Klettergerüsten für Kinder auseinandergesetzt und hatte die Idee, hey, was ist eigentlich das Thema Nischenseiten? Wie kann man da eigentlich sowas aufbauen? FV jetzt reinhauen und zu schauen, ob das funktioniert. Das funktionierte dann irgendwie relativ gut. Das heißt, mit meinem SEO-Background konnte ich da so ein kleines, erstes Produkt für mich bauen. Und bin dann immer mehr in die Hacker-Szene reingerutscht und die No-Code-Szene. Und dann bedingte sich das so ein bisschen. Meine Frau hatte gute Chancen bei ihr im Beruf. Für mich war so ein bisschen okay. Einer muss vielleicht, glaube ich, so ein bisschen zurückziehen. Und dann hatte ich vielleicht auch, ich sehe das ehrlich gesagt auch positiv, ich durfte dann sozusagen auch ein Stück weit mehr Zeit für die Kids reinstecken, habe dann in Teilzeit meine Selbstständigkeit gemacht und ja, noch so ein paar andere Projekte nebenbei.

Jan: Cool, da bist du ja eigentlich mit den Klettergerüsten schon an dem Thema dran gewesen, dass dich persönlich in dem Moment auch betroffen hat und bei Homerocker bist du es ja auch. Also ihr habt ja euer Haus, erzähl mal, was Homerocker ist.

Carsten: Ja, genau. Also das war im Grunde war das auch aus einem eigenen Bedarf heraus. Also jede Gründung oder jedes Produkt startet ja mit einer Ideenfindung. Und bei mir war es dann so, dass ich überlegt habe, hey, was stört mich eigentlich? Und ich bin regelmäßigen Abständen in Probleme gelaufen, was das Hausmanagement angeht. Das heißt, neben Karriere, neben Family und Kids versuchst du natürlich auch immer an Top of Things für das Haus zu sein. Und da fällst du manchmal an den kleinsten Sachen, wenn du halt eigentlich nur so ein Hobby do-it-yourself-hiney bist. Von Außenabflüsse mal reinigen und dann mal der ganze Keller überlaufen. Also ich habe da immer noch so eine Story vor Augen, wie ich irgendwie kindfrei hatte an einem Wochenende, dann in den Keller gehen wollte, abends mir ein Bier holen wollte und auf einmal war der ganze Keller über Wasser, weil draußen Sturm war und ich irgendwann mal nicht drauf geachtet habe, dass der Außenabfluss hätte gereinigt werden müssen. Viele sagen, das siehst du ja, also du fährst auf Sicht sozusagen bei den Themen. Das sagen dir aber oft auch die 50-, 60-jährigen älteren Menschen, die vielleicht auch irgendwie ein besseres Auge dafür haben und auch die Zeit dafür haben. Aber ich glaube, die Zielgruppe Ende 30 bis knapp unter 50, die freuen sich eigentlich über Unterstützung. Ich hätte mich auch gefreut.

Jan: Wenn du so im Sturm des Lebens bist, wo alles gleichzeitig passiert, Freunde, Kinder, Arbeit, alles irgendwie unter einen Hut gebracht werden muss.

Carsten: Ja, und wenn du halt selber auch nicht der Handwerker bist. Also du hast ja durchaus den Wunsch und Traum von einem Eigenheim, aber da kommen eben auch Verpflichtungen mit sich und die musst du eben auch machen, um damit du einfach auch den Wert erhältst von der ganzen Immobilie. Lange Rede, kurzer Sinn, dann habe ich mich ein bisschen umgeschaut, aber da keine wirkliche digitale Unterstützung gefunden. Also klar, du kannst halt irgendwie einen Aufgabenplaner oder To-do-isten und ähnliche Apps nutzen, aber es gab keine App, die mir dabei hilft oder sagt, was gibt es eigentlich am Haus zu tun, wie oft muss ich das tun. Erinnere mich bitte daran. Und dann habe ich gedacht, ja, das probieren wir mal als erstes Produkt und als erstes Projekt.

Jan: Cool. Und das machst du jetzt seit circa zweieinhalb Jahren selbst. Am Anfang mehr in Teilzeit. Ich kann mir vorstellen, mal mit mehr, mal weniger Zeit Invest. Aber im Prinzip bist du jetzt so eine One-Man-Machine, die das Produkt selber baut, das Marketing selber macht, Sales-Gespräche führt, etc. Das heißt, alles, was dieses Unternehmen betrifft, machst du jetzt selbst.

Carsten: Genau.

Jan: Exakt.

Carsten: Also es gibt hier und da natürlich mal irgendwie Verlänzer, die man sich reinholt für ein paar Sachen. Aber ich versuche, möglichst viel alleine zu machen vor dem Hintergrund, weil es mich auch alles interessiert und ich natürlich auch dazulernen will. Der größte Baustein war natürlich, das Produkt selbst zu bauen. Das heißt, da hatte ich einen wenigsten Vorwissen. Da habe ich dann noch so ein bisschen Recherche mich für den Branchenprimus, also das Tool, was man glaube ich so im No-Code-Nutzt-Bubble entschieden. Hauptsächlich vor dem Hintergrund, dass es einfach eine riesengroße Community gibt. Du findest zu sämtlichen Fragen immer ein YouTube-Video. Es gibt wirklich Größen da draußen, die sehr detailreich unterwegs sind. Es gibt einen Discord-Channel, also du ein Riesenforum. Das hat mir schon immer sehr geholfen bei kniffligen Fragen. Ich habe mir dann auch irgendwie einen ganz guten Tutor sozusagen geholt oder so einen Workshop, um dann irgendwie reinzukommen und habe dann an dem Projekt HomerockR Bubble mir beigebracht. Und das hat glaube ich so ein halbes Jahr vielleicht gedauert. Bist natürlich langsamer unterwegs, aber mit dem Rüstzeug, was du jetzt gelernt hast, kannst du dann natürlich, das war auch immer die Intention, mir das Rüstzeug anzueignen, um dann nachher auch eine Art Portfolio zu haben von Apps und nicht nur eine App, an der man nachher sich lang handelt.

Jan: Ja und magst du was dazu sagen, vor zweieinhalb Jahren gestartet, wie verlief so das Wachstum, wie viele Leute benutzen HomerockR und kannst du schon davon leben, kannst du bald davon leben? Wie sieht es da aus?

Carsten: Ja, also wir haben vor zweieinhalb Jahren angefangen mit einer Web-App. Das heißt, Babel hatte dort noch keinen Feature, mit dem man eigentlich eine Mobile-App startet. Die Idee war auch eine Web-App zu machen, damit dann sozusagen losgelegt. Hab dann aber relativ schnell von den Nutzern festgestellt, okay, mobile first. Also auch dort bei dem Thema, ich bin schon vielleicht auch ein bisschen zu alt, aber ich mag so Recherchethemen und so Orga-Krams, das mache ich schon noch gerne noch am Laptop. Aber ich habe schon gesehen von den Nutzungsverhaltungen, okay, das Nutzungsverhalten, dass da eine App her muss. Und dann gibt es dort auch technische Möglichkeiten über einen Wrapper, ein zusätzliches Tool, wie du dann deine Web-App sozusagen auch gespiegelt bekommst. Dann war sozusagen nach der Web-App klar, okay, ich versuche das auf iOS und Android hochzuziehen. Das war so ein bisschen Ende 2024 das Thema. Und Ende 2024 gab es dann auch sozusagen die ersten zahlenden Kunden. Und die Nutzerbasis stieg halt dann immer weiter. Und ich habe immer auf organisch gesetzt, also immer viel SEO gemacht. Das war so mein Go-To-Distributionskanal.

Jan: Ist auch einer, der dir von früher noch nahe liegt.

Carsten: Ja, genau. Also das ist mein Rot und Butter früher gewesen. Da kenne ich mich aus. Und das hat eigentlich immer dann ganz gut funktioniert. Dann war auf einmal App Store und Co. an der Reihe. Also wie geht das eigentlich? Und habe dann versucht, mich da so ein bisschen zu positionieren. Und hatte dann Mitte 2025, glaube ich, so Product Market Fit, wo ich wirklich das Gefühl hatte, okay, jetzt hast du hier ein paar Tausend Nutzer. Stark. Hast gleichzeitig irgendwie schon viele Paying-User, die auch nicht nur, also das Pay-Modell ist so aufgebaut, du kannst für free die App nutzen, ist da eine Limitierung drin, wie viele Aufgaben, die du da reinziehst. Und am Ende hast du halt die Möglichkeit, dann ein Monats-Abo oder ein Jahres-Abo abzuschließen und stellst sozusagen, ich habe noch gar nicht so viel zu der App erzählt, aber am Ende erstellt die Kernfunktion, ist im Grunde, dass du dir da einen Aufgabenplan erstellst für alle Aufgaben, die es am Haus so gibt. Genau, und dann war es für mich dann 2025 klar, okay, das läuft jetzt ganz gut, das Jahr abgeschlossen, so mit wirklich vom Umsatz her, wo ich sage, okay, das sind jetzt irgendwie Zahlen, wo wir bei 7.000, 8.000 Euro sind. Das ist immer noch ein Nebenprodukt sozusagen, aber damals konnte ich mir, glaube ich, gar nicht vorstellen, also wie es so ist, dann hast du die ersten 100 Euro und denkst, wow, dann hast du ja die ersten Paying-User, feierst du das halt und dann geht es einfach mal höher, schneller, weiter. Und bin aber dann 2025 echt zufrieden, sozusagen abgeschlossen und habe jetzt gerade vor der Brust das Bier oder dass ich eine internationale oder eine EN-Version baue, um den Markt einfach noch mal so ein bisschen breiter oder das Produkt breiter aufzustellen.

Jan: Ja, stark. Also aus eigener Kraft, ohne Team, ohne großes Investment was zu bauen, was mehrere tausend Leute benutzen, was nach zweieinhalb Jahren wirklich aus dem Bootstrapping heraus jetzt an einem fünfstelligen Umsatz kratzt, ist ja wahrscheinlich der Traum von vielen Leuten. Und wenn ich jetzt, wir haben ja den Produktmanagement-Kontext hier im Podcast, wenn ich jetzt die Erzählung in der Szene aus den letzten Jahren oder aus dem letzten Jahr, genauer gesagt, aufgreife, dann ist es ja, die bauen wird immer einfacher. Wir haben jetzt nicht nur No-Code-Tools wie Bubble, sondern jetzt kann mit Lovable, mit VZero, etc., mit Cursor, mit Claude Code im Prinzip jeder eine App bauen. Man braucht kein Engineering-Team mehr. Und wir gehen da jetzt rein und sagen, die Technik wird immer leichter. Dadurch wird dein Markteinstieg immer leichter. Was sagst du dazu? Also du bist ja jetzt nicht auf dem aktuellsten Tech Stack, der gerade viel diskutiert wird. Du sagst jetzt nicht, na ja, ich springe jetzt auf Lovable um und Vibe-Code nur noch. Was hältst du von dieser Tool-Diskussion?

Bubble, Vibe-Coding und der Mythos vom einfachen Bauen: Warum der Tech-Stack nicht entscheidend ist

Carsten: Ja, ich habe eine Meinung, die ich glaube ich auch hier und da immer mal wieder gelesen habe und die vertritt so ein bisschen das, was ich glaube ich auch so sehe, ist, dass am Ende geht es glaube ich darum, dass du in einem bestimmten Zeitabschnitt über mehrere Jahre ein Tool oder eine Plattform gut beherrschen kannst, bei der du dich sicher fühlst, schnell zu exekuten, also schnell Produkte bauen zu können. So, jetzt bin ich da sozusagen bei Bubble in Vorleistung gegangen, habe mir das angeeignet und bin relativ sicher, dass ich dort arbeite, auch gerade an der zweiten App. Da merkt man dann auch schon, dass es viel einfacher, viel schneller von der Hand geht. Und meiner Überzeugung nach ist es schon so einfacher, glaube ich, oder die bessere Strategie, zu sagen, okay, ich baue mit dem Tech Stack, wo ich mich wohlfühle, solange ich das Gefühl habe, das funktioniert auch noch alles so, baue ich dort lieber weiter, als dass ich mir jetzt einen neuen Tech Stack aneigne, um dann am Puls der Zeit vielleicht mehr zu sein. Das heißt aber nicht, dass ich jetzt irgendwie nicht auf Loveable und Co. schaue. Also, Loveable nutze ich zum Beispiel eher in Richtung Designvorschläge. Also, ich habe eine Idee von einer App, haue es rein. Oder auch, also ich pitche meine Homerocker-App manchmal bei Loveable und sage, was ich vorhabe, wenn ich ein neues Feature habe und erhalte dann Designvorschläge dadurch und baue es dann aber zum Beispiel in Bubble.

Jan: Das heißt, für dich ist es ein Prototyping-Tool im Moment und diesen Eindruck, der ja viel geteilt wurde im letzten, speziell so ab dem letzten Sommer, dass ach ja jetzt ist bauen billig, den kannst du eigentlich ja aus deiner eigenen Erfahrung gar nicht so teilen, weil du auch schon vor zweieinhalb Jahren oder Engineering-Themen an Start gegangen bist.

Carsten: Ja, man unterschätzt das. Ich glaube, man ist immer in so einer Bubble und denkt halt ja klar, also ich ja auch, wenn ich mit den ganzen Gründern oder Co. mich austausche, man denkt immer, wow, jetzt müssen ohne Ende Produkte auf den Markt kommen. Das heißt, es geht nicht mehr darum, zu gucken, wo fehlt ein Produkt, sondern eigentlich eher, wo ist ein Markt, wo Produkte existieren, die ich eigentlich besser anbieten kann. Und dann sind wir eigentlich auch eher beim Vertrieb am Ende, weil die Hauptchallenge wird dann hinten heraus immer sein, nicht das Produkt zu haben für ein Problem, was gelöst werden muss, sondern das bessere Produkt. Ja, aber du kriegst es halt besser an die Zielgruppe. Und du hast halt irgendwie den Kanal dazu. Und das sehe ich aber jetzt auch noch nicht. Also ich habe schon das Gefühl, das ist so ein bisschen wie dieser ganze O-Ton, ist Google jetzt tot. Also ich glaube, dass in der Bubble nimmt man das wahr. Wir nutzen alle mehr KI und Co. Aber Fakt ist ja, glaube ich, dass Zielgruppe 50 plus sind fast 5, 6 Prozent, die das nutzen. Also ich glaube, das sehe ich eben auch bei den ganzen Apps, die dann vielleicht kommen würden, noch nicht so. Da gibt es sehr viel Potenzial, einfach noch Dinge zu bauen. Und man ist da, glaube ich, immer noch in so einer Pionierrolle.

Jan: Sprich, bauen war eigentlich vor zwei Jahren auch schon günstiger als man dachte. Jetzt ist diese Erzählung lauter. Aber der richtige Effekt nach draußen, also ich kann jetzt billig bauen, den siehst du einfach noch nicht auf der Straße.

Carsten: Ich glaube, Vibe Coding ist schon nochmal ein anderer Schritt als Bubble, weil du bei Bubble dir schon nochmal was aneignen musst. Also du brauchst halt die Fähigkeit, das alles machen zu können. Und natürlich musst du auch eine Gründerdenke haben. Also du musst ein Gefühl von UX, UI haben. All das nimmt dir ja keinen, also zum Großteil nicht die KI ab. Die gibt dir Vorschläge und Co. Aber du bist am Ende der, der entscheidet, wie wird was in meiner App aussehen? Das Wissen musst du so oder so aufbauen. Und ich glaube aber, das zu bauen ist auch nach Babel jetzt Vibe Coding Schiene auch noch mal einfacher geworden. Ich glaube aber nicht, dass das so führt, jetzt akut, dass jetzt tausend von Leuten losgehen und irgendwie sagen, okay, ich mache mich selbstständig und baue ein Produkt. Das liegt uns auch, sagen wir als Deutsche nicht in der Kultur, dass wir sagen, wow, wir haben jetzt die Möglichkeit. Wir sind da eher ängstlicher unterwegs. Dann brauchst du dann noch mal mehr so einen Push, glaube ich. Die Richtung wird aber schon passieren. Also ich glaube nur eben nicht so schnell.

Jan: Ja, wenn ich mal aus meiner Warte heraus viel Produkt-Background, da dominierte ja lange Jahre jetzt auch die Erzählung oder zumindest hat man sie sich unter Produktleuten gerne erzählt, dass Product Led Growth eigentlich das organische Wachstumsthema ist. Sprich, bau eine App, die so gut ist, dass sie weiter empfohlen wird. Bau vielleicht nochmal zwei, drei Features, die das Viralgehen einfacher machen. Aber eigentlich musst du dich nur darauf konzentrieren, richtig gute App zu bauen und das Wachstum wird folgen. Wie siehst du das sowohl aus deiner Erfahrung als Gründer heraus, als auch mit dem wahrscheinlich etwas marketinglastiger geprägten Blick?

Warum Product Led Growth für Bootstrapped Startups selten funktioniert

Carsten: Ja, also genau, ich glaube, der Punkt ist schon, dass ich so ein bisschen aus der Marketing-Richtung komme. Aber Beispiele, die in dem Kontext ja immer auch fallen, ist sowas wie Dropbox, vielleicht Fakemau und Co. oder sowas. Also Unternehmen, die ja unfassbar riesig sind. Wenn ich mich zum Beispiel mit dem Thema Bootstrapping auseinandersetze oder mit den Menschen dort, dann redet man immer eigentlich davon, eine solide App zu bauen, die ein bisschen unter dem Radar fliegt, aber halt dort auch schon richtig gut Geld machen kann. Wir reden nicht davon, dass wir in viralen Hit landen wollen und das nächste Dropbox bauen wollen, meiner Meinung nach. Also zumindest das, was ich so wahrnehme halt. Und wenn du das nicht vorhast und das auch so verstehst, dann kannst du nicht davon ausgehen, dass du das Produkt baust und sagst, okay, das fliegt jetzt von alleine. Weil du brauchst ja am Ende, also es gibt verschiedene Ansichten von Product Led Growth, würde ich sagen, aber wenn du jetzt sagst, ich will, dass sich das sozusagen von alleine verselbstständigt und Nutzer das irgendwie einfach empfehlen, dann brauchst du am Ende ja schon ein Produkt, das viral geht. Und das funktioniert, das ist ja eins von, weiß nicht wie viele Milliarden Mal, dass sowas halt auf die Strecke kommt. Und das kann eigentlich nicht dein Ansatz sein, wenn du sagst, ich mach mich jetzt selbstständig im Billionaire-App bauen. Sondern eigentlich eher, ich hab ein gesundes oder gut funktionierendes Produkt, was ein Problem löst und dann die ganze Schiene, okay, irgendwie muss ich das ja der Zielgruppe auch einmal zeigen können. Und dann kommst du an Distribution und Marketing vorbei.

Jan: Bevor wir dann auf Distribution und Marketing eingehen, ich höre aber schon raus, Product Market Fit. Also die Idee, ich komm mit meiner App, die ich da baue, erstmal an den Punkt, der wirklich funktioniert, die Zielgruppe. Der ist auch aus deiner Bootstrapping-Erfahrung jetzt her weiterhin Schritt Nummer eins, der erstmal gemacht werden muss. Oder beginnst du mit dem Vertrieb?

Carsten: Nee, absolut. Also ich finde, Product Market Fit ist die Basis und das Fundament für das Wachstum. Deswegen aber auch, wenn du, ich sag mal, einen Businessplan schreibst, immer ist da ja ein Partnerin Richtung Marketing, wo du sagst, wo kriege ich eigentlich meine ersten 100 User her. Und wenn du die irgendwo findest, das heißt, wie ich jetzt zum Beispiel auch gemacht habe, über Communities, Reddit und Co., dort mal irgendwie die ersten Fans zu kriegen, die holst du ja nicht, weil du schnell irgendwie Nutzer haben willst, die dir Geld machen oder Geld bringen, sondern du holst die ja, weil die mit dir zusammen das Produkt aufbauen sollen. Die sollen dir Feedback geben und ähnliches so. Und im besten Fall stellst du das natürlich so auf, dass du dort auch schon eine Marketingstrategie hinter hast. Also für mich war immer so, dass ich sehr zweileitig gefahren bin. Ich habe meine ersten Nutzer über Communities oder Reddit, Freunde und Co.

Jan: geholt.

Carsten: Hab aber immer zeitgleich auch zum Beispiel gesagt, SEO ist mein Steckenpferd und ich bau einen Blog auf. Und da habe ich konsequent immer einmal die Woche einen Blogger-Tage geschrieben. Und der einfach auf die Zielgruppe abgestimmt ist, Hausbesitzer, so. Und das ist halt immer ein Marathon. Also SEO dauert eben lange. Aber das habe ich halt von vornherein bei mir mit auf der Agenda gehabt. Und nicht erstmal geschaut, dass ich da irgendwie nicht drauf achte, so.

Jan: Das heißt also zum Start, maximaler Mix aus allem. Du hast gehasselt, um ein Product Market Fit zu schaffen. Du hast aber auch geguckt, wo kann ich in Communities rein, Communities aufbauen. Du hast geschaut, wie kann ich SEO loslegen. Du hast geschaut, wen kenne ich eventuell, der mir direkt helfen kann, das ganze Ding aufzubauen.

Carsten: Ich habe es jetzt bei der zweiten, sogar noch extremer gemacht. Bei der zweiten Idee, die ich hatte, war es so, dass ich mir als ersten Schritt eine Landingpage gebaut habe. Im zweiten Schritt bin ich in sämtliche Facebook-Gruppen zu dem Thema reingegangen und habe mich da connectet, habe mit denen gesprochen, habe dann am Ende 50, 60 Leute gefunden, die das testen und habe dann einfach immer ein Teil der App gebaut. Das wurde dann getestet von denen sozusagen, aber es war immer so, hey, das Ding ist überhaupt noch nicht live und das dauert noch halt. Ich habe dann aber schon mal ein Gespür dafür gehabt, habe dann ein paar Ads noch bei Facebook geschaltet, um zu gucken, okay, findet das Anklang? Gibt es da irgendwie eine Validierung hinter sozusagen von dem ganzen Thema? Und dann ist es halt so, dass du zweigleisig fährst. Natürlich brauchst du auch nicht, also, du musst schon auch vorher gucken, dass du ein Produkt baust, wovon du überzeugt bist, was auch ein Problem löst. Diese Validierung musst du auch früh hinkriegen. Aber sobald du das Gefühl hast, okay, die Validierung ist durch, Marketing wird auf dem Zettel.

Jan: Ja, spannend. Und wahrscheinlich, wie du gerade in dem Beispiel erzählt hast, auch für die frühe Validierung schon hilfreich, wenn du deine ersten Testnutzer schon hast. Also, es klingt für mich ja schon sehr parallel, wenn du erstmal die Landing-Page baust. Ganz klassisch, das Produkt noch gar nicht da. Aber du hast schon Leute, mit denen du darüber sprechen kannst, was du da gerade baust. Und du hast schon einen gewissen Feedback-Zyklus, der dir hilft zu verstehen, ob du in die richtige Richtung läufst oder ob du nicht in die richtige Richtung läufst.

Carsten: Ja, genau. Viele machen das ja auch über Google Ads und Co. Also, dass du einfach sagst, du nimmst ein bisschen Geld in die Hand und haust einen Schwung von Leuten auf die Landing-Page oder auch auf den MVP. Und guckst dann, wie die Resonanz da ist. Das würde ich, glaube ich, beim nächsten Mal auch viel früher machen. Da war ich, glaube ich, auch noch mehr so. Für mich war das aber auch so, dass ich anhand dieses Projektes und ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass mein nächstes Projekt auch scheitern wird, weil das ja eigentlich so ein bisschen die Regel ist. Anhand dieses Projekts wollte ich ja Bubble lernen. Das heißt, für mich war auch klar, dass ich das weiterbaue, auch wenn ich jetzt vielleicht am Ende nicht sehe, dass es irgendwie komplett greift.

Jan: Als Soloprenor, du musst ja viele Sachen gleichzeitig verbessern. Du musst deine Marketingstrategie verbessern, du musst dein Produkt verbessern. Fangen wir mal am Produkt an. Wie gehst du daran, dass du, wenn du deinen ersten Testnutzer auf dem Produkt hast, du machst alles selbst, das heißt, du hörst jedes Feedback direkt. Wie gehst du daran? Welches Feedback greifst du auf und arbeitest du direkt in die App ein? Welches nicht? Hast du da Erfahrungen, die du Zuhörenden mitgeben kannst?

Von SEO über Communities zu Click Funnels: Vertriebskanäle für Solopreneure in der Praxis

Carsten: Ja, also ich habe tatsächlich erst das Klassische probiert. Das heißt, man schickt halt eine E-Mail an deine paar Tausend Nutzer und fragt halt, könnt ihr an der Survey teilnehmen? Da ist das Ende aber wirklich auch klein. Also du kriegst halt Feedback. Das ist aber trotzdem sehr speziell, sehr subjektiv. Welche Bedürfnisse dahinter einfach befriedigt werden sollen durch die App. Das ist schon gut und gibt dir auch so ein bisschen Gefühl dafür, in welche Richtung es gehen kann. Aber am frühen Stadium hatte ich schon relativ schnell eigentlich ein gutes Gefühl dafür, wie die App aufgebaut werden sollte. Und da wollte ich auch erstmal nicht von abweichen. Ich habe relativ schnell gemerkt, die wurde zu viel, zu viele Funktionen, wie es so oft so ist. Hab dann nochmal ein bisschen was gestrichen. Dann gab es wieder Leute, die gesagt haben, wieso streist du das? Das hat mir aber gefallen. Also da gilt es, glaube ich, schon so ein bisschen zu gucken, dass du da dir selbst treu bist, schaust, was auch der Wettbewerb macht. Also auf was für Features setzen die, was sich eigentlich schon bewährt hat. Und ich glaube, an dem Punkt bin ich noch gar nicht, dass ich sage, okay, jetzt bin ich fast mehr oder weniger Feature Complete, was ich in meiner Vorstellung habe von diesem Produkt. Und dann geht es um Feinheiten, sondern Homerocker hat noch so viele low-hanging fruits, sozusagen, also Leute würden gerne weitere Häuser anlegen als nur eins. Ach ja, macht Sinn. Ich habe auch Ideen über KI-Funktionen, die irgendwie Sinn machen. Du fotografierst irgendwie einen Setzriss bei der Wand ab. Du kriegst dann sofort einen Input dazu. Aber da bin ich relativ rigoros. Meine Zeit ist begrenzt. Ich priorisiere und aktuell liegt die Priorisierung voll auf Marketing.

Jan: Glaubst du, also du hast ja dabei den großen Vorteil, dass du selbst ein Haus hast. Das heißt, du hast das Problem, für das du die Lösung baust selbst und kannst da auch Experte für sein. Glaubst du, das ist wichtig, dass man das ist in diesem Zustand? Also in diesen frühen Bootstrapping-Phasen, dass man das Problem selber hat?

Carsten: Also ich glaube, es geht beides. Aber wenn du nicht selber dich in dein Produkt reinversetzen kannst, musst du halt die Fähigkeit haben, dich in die Problemstellung sozusagen selber reinzuarbeiten. Also das in die Zielgruppe reinzuarbeiten, dass du verstehst, was deren Beweggründe sind. Und dann hast du wahrscheinlich auch nochmal mehr den Bedarf, dich auszutauschen. Ich glaube, dass also Hausinstandhaltung zum Beispiel ist auch nicht mein Hobby sozusagen. Ich brenne da nicht für.

Jan: Du musst das halt machen.

Carsten: Genau. Ich finde es aber ein wichtiger Aspekt, wenn ich eine Immobilie habe, ist es mir wichtig, dass ich den Wert erhalte und dass die halt nicht komplett den Bach runtergeht. Und deswegen macht es mir auch ein Stück weit Spaß, mich damit auseinanderzusetzen. Aber es gibt natürlich auch Themen, für die du mehr brennst, die aber natürlich viel größer sind und dann einfach stärker besetzt sind auch durch Wettbewerb. Also da, wenn ich mir ein neues Produkt suchen würde, würde ich gar nicht wirklich, und das mache ich auch bei Themen, die ich im Blog schreibe, ich gucke gar nicht so wirklich, was gefällt mir, sondern ich würde erstmal Keyword-Recherche machen, schauen, was wird gesucht, versuchen die Leute im App Store und Co. und auf Basis dessen halt zu validieren, okay, da ist ein Bedarf. Und dann gucke ich natürlich, macht mir das Thema Spaß oder nicht.

Jan: Da kommt der alte SEO-Experte aus dir heraus. Was kannst du Leuten mitgeben, die einen Bedarf mal so recherchieren wollen anhand von Search-Volumen etc.? Welche Tools kann man sich da angucken, wenn man beispielsweise jetzt nicht SEO-Experte oder Expertin ist, sondern die meiste Zeit eigentlich Produktmanagement macht?

Carsten: Ja, man kommt an die großen, glaube ich, gar nicht mehr vorbei, ob Zemrush oder H-Ref und Co. Ich habe mir damals über, wie heißt die Plattform noch, Sumo, wo du ganz günstig Tools mal erschießen kannst, mir damals Zemdash geholt. Und das ist jetzt sozusagen mein Go-To-Tool, wenn es darum geht, Keyword-Recherche zu betreiben. Du kannst über Google Trends gehen, du kannst auch über Astro gehen, das ist so ein Tool, was Mac-Uservielenden nutzen, um einfach das Volumen und die Keyword-Recherche über den App Store zu validieren und zu gucken, welche Keywords sind gut besetzt und welche nicht. Da gibt es auch viele Ansätze, dass du dir einfach anschaust, wie ist die Competition dahinter? Wie viel Traffic kann ich erwarten? Und dann machst du sozusagen eine Herleitung, ob es genug Potenzial hat für ein Produkt. Aber was ich eben nicht machen würde und sehe ich auch ab und zu, ist, dass du sagst, du baust ein Produkt und dann machst du ein Blog und dann schreibst du immer fleißig über dein Produkt, wie toll das doch ist und so weiter. Aber dann ranken die am Ende nicht für irgendwelche Keywords, sondern dann findet keiner diese Blogartikel. Also ich bin schon großer Verfechter davon. Natürlich musst du nicht komplett Nonsens schreiben, aber dass man sich einmal anguckt, über was für Keywords reden wir hier, die irgendwie wo ich Potenzial habe zu ranken und welche eben nicht. Und bei mir war es eine Anekdote vielleicht noch dazu, ich habe relativ früh irgendwann mal auf das Keyword Weißer Schimmel im Keller gestoßen. Unfassbar hohes Suchvolumen, wo ich dann gedacht habe, warum ist das so? Und festgestellt habe, dass da kaum Competition hinter ist, weil es einfach sehr, sehr wenig weißen Schimmel im Keller gibt. Sondern was die Leute eigentlich suchen, ist diese Salzausblühung, Salpeter, was du an der Wand hast. Und das Thema habe ich dann einfach aufgegriffen, habe zwei Fotos von mir im Keller geschossen. Und wenn man das jetzt googelt, Weißer Schimmel im Keller, sind die beiden Fotos immer noch ein Top 1 bei Google zu finden. Also manchmal brauchst du auch so ein bisschen Glück, den richtigen Artikel zu erwischen. Und da dann 80-20. Am Ende sind es 20% der Artikel, die 80% des Traffics ausmachen.

Jan: Okay, das heißt, erstmal, wenn ich sehen will, wie dein Keller aussieht, google ich einmal Weißer Schimmel im Keller.

Carsten: Schlimm, ne?

Jan: Und davon abgesehen...

Carsten: Habe ich ja noch nicht bereinigt.

Jan: Ja gut, aber im Blogartikel steht ja vielleicht, wie man da rangehen kann und wie dramatisch das Problem ist. Aber das heißt, im Prinzip, die eine Sache ist, klar, ich muss lernen, Product Market Fit herzustellen. Für die Hauptzuhörer-schaft dieses Podcasts ist das natürlich das Steckenpferd. Aber wenn ich gucke, wie finden Leute eigentlich das, was ich da baue, helfen mir so ein paar SEO-Skills. Die helfen mir schon in der Validierung, dessen, ob meine Idee überhaupt spannend ist, weil ich mir angucken kann, wie viel Suchvolumen haben wir für meine Idee. Aber das Skill-Set hilft mir ja sofort im Vertrieb. Also du hast gerade schon gesagt, Keyword-Recherche gucken, wo sind die Nischen, die noch nicht gut besetzt sind und gezielt darüber Artikel schreiben, wenn ich in den Suchmaschinen vorne auftauchen will. Was fällt dir da im SEO-Kontext noch ein?

Carsten: Ja, genau. Also kurz SEO, aber es gibt ja auch am Ende hast du ja mehrere Möglichkeiten, wie du dir deinen Vertriebskanal aufbaust. Für mich war es halt SEO, kleine Märkte suchen, Long-Tale-Keywords. Ich versuche jetzt nicht irgendwie auf, weiß ich nicht, Smart-Stromzähler zu gehen, weil ich weiß, da gibt es sehr viele starke Artikel. Aber das Thema smarte Stromzähler nachrüsten ist nochmal ein anderes. Also da immer gucken, dass man da sich so ein bisschen kleinere Bereiche sucht. Auch der Marktnische, für mich war auch immer klar, ich gehe fest auf HausbesitzerInnen und nicht noch irgendwie Haus, also wenn du zur Miete wohnst, hast du ja auch einen Bedarf. Das kannst du natürlich nochmal alles erweitern. Mir kristallisiert sich schon noch ein bisschen Hausverwalter nochmal raus. Also die, die zwei Immobilien haben und das verwalten. Aber das kann man dann alles hinten dran machen. Dann immer kleine, konsequente Schritte da in die Bereiche zu gehen. Und so baust du dir dann deinen Kanal im SEO auf. Das Rüstwerk hatte ich, das habe ich gemacht. Aber andersrum, wenn du jetzt sagst, okay mein Vertriebskanal wird jetzt ein Bild im Public, wie es viele Bootstrapper machen, dann fängst du eben auch früh an, diese Reise zu gehen. Also gleich von Anfang an eben deine Social Media Plattform zu suchen. Und dann geht es halt los mit dem Ziel, dass du möglichst viele Follower sammelst, die dann deine Produkte halt am Ende oder dein Produkt auch mittragen, testen und co. Das Gleiche hast du aber auch, wenn du sagst, du bist im B2B-Bereich unterwegs und willst irgendwie deine Marke bei Reddit zum Beispiel aufbauen. Das heißt, ich kenne auch Leute, die sagen, wir haben eine Agentur und sind halt da in den einschlägigen Subreddits unterwegs und sind da halt einfach die starke Kraft und präsentieren uns da als sehr wissend in diesem Bereich. Und darüber kriegt er halt seine Leads. Auch das kann sein. Aber dann bedeutet das Community-Aufbau, reingehen und machen.

Jan: Sprich, wir sind gerade ein bisschen organisch in das SEO-Thema reingelaufen, weil es der Bedarfsvalidierung dient. Aber eigentlich sagst du, hey, mach dir Gedanken über deine Vertriebsstrategie und die muss natürlich nicht SEO sein, sondern kann auf sehr viele verschiedene Arten gestaltet sein. Building in public im Sinne von großer Social Media Präsenz, stärker in die Communities reingehen, auf Reddit und Co etc. etc. Hast du da eine gewisse Richtschnur, die jetzt jemanden, der vielleicht mit Marketing bisher noch nicht viel zu tun hatte, dienlich sein kann bei der Frage, welcher Weg ist eigentlich der richtige für dich?

Carsten: Nee, es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, sondern das musst du selber an deine Person klar machen. Für mich war immer wichtig. Ich habe mir die Frage auch gestellt, will ich eigentlich nach außen scheinen als Person? Und da habe ich eigentlich für mich gesagt, nee, möchte ich nicht. Ich möchte eigentlich das Ding im Hintergrund bauen. Meine Kompetenz, Kernkompetenz ist SEO. Ich habe auch diverse andere Sachen ausprobiert. Ich habe 5000 Flyer drucken lassen und die verteilt. Also viel Erfahrung mit anderen Wegen auch gemacht. Alton Public war für mich auch jetzt, vielleicht wäre es noch so ein bisschen die Schiene gewesen, zu sagen, No Code, Marketing MoCo sozusagen, der jetzt versucht, hier ein Produkt zu bauen. Aber dann bist du auch in der Verpflichtung, da regelmäßig zu posten und siehst du dich da halt wieder so, um den Algorithmus zu bedienen. Das muss man dann schon auch alles irgendwie wissen. Ich glaube, am Ende musst du einen Kanal own und den halt irgendwie auch durchziehen und da alles kennen. Ich habe bei Facebook dann auch angefangen, mal irgendwann gedacht, okay, pass auf, wie kriege ich diesen Kanal geknackt. Am Ende ist Facebook schon noch so lebendig in den Gruppen. Das heißt, du hast dort irgendwie 50 plus Altersgruppe oder auch ein bisschen jünger, die sich aber in den alteingesessenen Gruppen über sehr, sehr viele Themen auseinandersetzen, auch Hausinstandhaltung. Ich habe dann das Geld in die Hand genommen und einen Homerocker-Kanal aufgebaut, der dann nachher, glaube ich, meine Grenze bei 1000 Follower hat. Und dann wollte ich daraus eine Gruppe machen und das hat einfach nicht funktioniert. Also, ich glaube, am Ende hatte ich dann irgendwie 40, 50 in der Gruppe, habe dann noch mit denen irgendwie versucht, da was aufzubauen. Aber es ist wirklich schwierig in dem Bereich. Du musst ja auch ständig kommunizieren dort dann. Und dann habe ich einfach auch für mich festgestellt, okay, das ist es halt nicht. Aber da gibt es kein richtig oder falsch bei den Kanälen, sondern du musst das finden, was für dich passt.

Jan: Ja, dieser Gedanke, das für sich selbst zu finden, das für einen passt, resoniert bei mir persönlich natürlich in doppelter Weise. Einerseits wegen meiner freiberuflichen Arbeit, wo ich beispielsweise auch das Projekt für diesen Podcast hier, wahrscheinlich kein Geheimnis, wenn man drauf guckt, natürlich auch ein bisschen nutze, um regelmäßig Inhalte publizieren zu können, die für andere Leute spannend sind und den Leuten auf dem Schirm zu sein. Und da war für mich irgendwie beispielsweise auch relativ klar. Ich bin jetzt nicht der, der jeden Tag eine inspirierende Businessgeschichte erzählt, mit einem Foto von sich selbst bei LinkedIn postet, weil das fühlt sich für mich einfach nicht so authentisch an. Ich finde es schöner zu gucken, wie kann ich vielleicht einen Mehrwert für die Community bieten, indem mein Name dann vielleicht ein bisschen mehr Präsenz gewinnt, aber indem ich nicht aktiv mich promoten muss. Und ja, jetzt auch mit dem Start-up, das ich ja gerade auch versuche, also das gerade ich ja auch los trete, gemeinsam mit meinem Co-Fond Philipp sind wir auch auf der Suche nach einer Marketing-Strategie, die für uns funktioniert und sich authentisch und richtig anfühlt und keine Qual ist. Weil ich glaube, wenn man die ganze Zeit was macht, was sich überhaupt nicht authentisch anfühlt, dann fällt es erst mal doppelt so schwer. Und die Identifikation mit der Arbeit ist dann auch nicht so da, was gerade im Bootstrapping wahrscheinlich sehr wichtig ist.

Carsten: Ja, also 100 Prozent kann ich das so unterschreiben. Am Ende musst du natürlich auch gucken, wo deine Zielgruppe ist. Also wenn du jetzt sagst, du bist absoluter Fan von Instagram, und die da aber nicht sind und du im B2B-Bereich unterwegs bist, dann bringt dir das natürlich auch nichts.

Jan: Ja klar, also ich brauche die Überlappung zur Zielgruppe. Aber davon abgesehen, am besten was suchen, was für einen selbst auch funktioniert. Weil die Zielgruppe ist wahrscheinlich auf fünf Kanälen unterwegs. Aber vielleicht fühlen sich drei davon ganz natürlich spaßig an und motivierend an. Und zwei, da drehen sich die Fußnägel hoch und man denkt sich, oh Gott, das will ich auf gar keinen Fall machen.

Carsten: Absolut.

Jan: Dann wählen wir lieber die drei Sachen, die dauerhaft spaß machen.

Carsten: Ja.

Jan: Wie siehst du denn, wenn wir über Vertriebsstrategien nachdenken, Vertriebskanäle nachdenken, dann ist natürlich gerade in aller Munde AIO oder JEO, also Answer Engine Optimization, Generative AI Engine Optimization, spricht die Frage, wie sehr tauche ich bei einem Perplexity zu einem gewissen Thema auf, zitiert mich ChatGPT zu einem Thema, findet Claude, dass ich relevante Inhalte zu einem Thema habe, um darüber Kunden zu gewinnen. Wie ist so deine Perspektive auf diese Kanäle, die ja gerade so als der heiße Scheiß breitgetreten werden im Diskurs?

Carsten: Ja, ich habe das für mich einmal versucht zu evaluieren und zu gucken, wie wichtig ist das in meinem Kontext für Homerocker und habe dann erst mal gesagt, okay, den Content, den ich generiere, den generiere ich ja, um Klicks zu generieren. Also ich will, dass Menschen in meinen Blogartikel reinkommen. Natürlich bekommen die da eine Lösung für ihre Probleme, aber ich arbeite schon stark darauf, dass sie aus dem Blog konvertieren in die App. Mir hilft es eigentlich nicht, wenn jemand, oder anders ausgedrückt, es gibt sehr wenig Menschen, die bei ChatGPT reingehen und sagen, was ist die beste Haushaltsverwaltungs-App als Beispiel. Wenn ich da jetzt nicht erscheine, stört mich das erstmal nicht. Und da ist auch noch nicht geklärt, dass nur weil es einer dort eingibt, dann auch ein Klick passiert. Für mich ist es immer noch ein großes Brandthema, glaube ich. Also das heißt, ich bin immer noch davon überzeugt, dass SEO noch eine Weile stark einfach sein soll, vor allem auch für meine Zielgruppe, 40, 50 plus. Und deswegen würde ich mich da auch weiterhin drauf verlassen, so für die nächsten Jahre. Und außerdem ist es ja auch so, wenn du gute SEO machst, erkennt dich ja auch die KI oder Chatschivity und Co. Also dann erscheinst du dort auch schon irgendwie. Man kann das natürlich noch mal ein Stück weit optimieren. Aber das fällt bei mir, bis auf Prio 10 sage ich mal, dass ich mich für die Chatbots irgendwie noch mal so ein bisschen anpasse, weil ich einfach nicht gerade auf Brand Awareness aus bin, sondern eher auf den Klick sozusagen.

Jan: Das heißt, wieder eine Mischung, wo ist die Zielgruppe unterwegs? Das ist bei dir weniger in der KI. Gleichzeitig beobachtest du aber alles, was du für normales, klassisches SEO machst. Hilft dir auch im Geo?

Carsten: Ja, genau das auch. Also ich sehe auch, dass ich auf ein paar Keywords, zum Beispiel auch oben in der KI Antwort bei Google erscheine. Das heißt sowohl als Quelle, als auch dann irgendwie als klickbar. Ich sehe aber auch, dass ich bei vielen Keywords, und das habe ich nun auch erlebt letztes Jahr, dass ich mindestens mal ein Viertel, wenn nicht sogar ein Viertel meines Traffics verloren habe einfach, auf Keywords, die halt einfach eine relativ schnelle Antwort haben. Weil dann übernimmt das jetzt ab sofort KI. Da habe ich mich schon um SEO ein bisschen versucht zu optimieren auf, ich kümmere mich um Problemfälle rund um das Haus, die nicht mit einer Antwort sozusagen abgetan sind, sondern wo die Intention schon noch mal auf einen Klick fällt. Und das kannst du schon noch mal so ein bisschen steuern im SEO.

Jan: Ich erkenne weißen Schimmel im Keller und jetzt, was mache ich nun damit? Und dann hast du praktisch die Antwort parat.

Carsten: Ja, der Artikel hat zum Beispiel gelitten, sage ich mal, weil da kriegst du mittlerweile einfach, wird dir sofort erklärt, okay, das ist zu 90% kein Schimmel, sondern eben Salzhofflühung hat auch ein Problem, weil irgendwo tritt Wasser ein in deine Wand, aber es ist nicht so, dass du da jetzt Schimmel hast, der sofort beseitigt werden muss. Das heißt, da siehst du auch irgendwie einen Einbruch. Ich habe aber viel in letzter Zeit Vergleichszeiten zum Beispiel gemacht, also dass ich auf Keywords gegangen bin von Putzplan-App, Aufräum-App, Hausverwaltungs-App und dann aber einfach die großen Software, wenn da mit meiner App Vergleiche mich dann so ein bisschen positioniere. Und ich glaube immer noch, dass jemand, der einen Vergleich sucht, also oder der sagt, dass Keyword Haushaltsverwaltungs-App oder Haushalt-App einfach nur einen gibt, dass der am Ende nicht mit einer KI-Antwort leben möchte, sondern der sucht schon nochmal irgendwie eine Übersicht. Und ich weiß, wenn du das schon gemacht hast, oder ob du das schon mal gemacht hast, wenn ich Chat-Chat-Betwee nutze, um nach einem Tour zu suchen und so, kommt da schon noch manchmal ein bisschen wilde Sachen raus. Also wie wird das halt gemessen? Also oft ist es dann doch so, dass die dann häufig auf irgendwelchen Seiten vertreten sind und dann als Experte oder als gutes Tool betitelt werden. Aber ich glaube, da sucht man oft noch irgendwie eine neutrale, es ist in meinem Fall ja auch nicht eine neutrale Seite, aber jemand, der das mal verglichen hat.

Jan: Es klingt halt immer erst mal neutraler, wenn Chat-GPT dir sagt, Carsten, es ist eine fantastische Frage, die zeigt, dass du ein tiefdenkender Mensch bist. Hier sind drei objektiv ausgewertete Antworten.

Carsten: Erst einmal schön, dass du dich um deine Immobilien kümmern möchtest.

Jan: Genau. Wir haben vielleicht mal daran angeschlossen. Wir haben ja, egal ob man jetzt versucht, in Suchmaschinen zu ranken oder für Chatbots zu ranken, man hat ja immer die Thematik, dann finden dich die Leute erst mal. Dadurch werden sie aber nicht sofort deine Nutzer. Hast du da einen Tipp, wie man aus Leuten, die einen finden, gut Nutzende machen kann?

Carsten: Ja, ich habe ja schon einen starken CRM-Background. Für mich war immer wichtig, diese ganze Funnel-Denke mit reinzubringen. Also habe ich hier gerade warme Leads, habe ich kalte Leads, wie kann ich die eigentlich aufbauen zu, ich interessiere mich halt für die App und habe da eigentlich sehr viel rumgedockt dort. Das heißt, wenn jemand bei mir auf meiner Seite landet, weil er Haushaltsapp eingibt oder als Keyword hat, dann kannst du ihm natürlich auf der Seite auch relativ klar sagen, hey, check mal HomerockR aus, das ist eigentlich eine ganz coole App. Wenn jetzt jemand aber weißen Schimmel im Keller sucht, dann sucht er ja erstmal nach einer Problemlösung für sein Thema im Keller. Und dann eben aus dem Blogartikel, den Weg zu finden in die App ist gar nicht so einfach. Also angefangen von einem Banner über, mittlerweile versuche ich das so zu lösen, dass du passend zu dem Artikel, den du halt SEO denn anbietest, eine Art Wartungsplan, die du aufstellen kannst, direkt auf der Website. Das heißt, hintergelagert ist dann die Web-App, die aber nur abgespeckt dir sozusagen schon mal so ein bisschen ins Produkt schickt, die Nutzer. Dann können die dort was anlegen und nutzen können sie es dann am Ende, aber erst in der App, wenn sie den Schritt weitergehen sollen. Und dann geht es ja sozusagen ins Produkt. Aber du kannst auch überlegen, wenn du wirklich ganz kalte Leads hast sozusagen, dass du die erstmal abholst mit einer Checklist, dass du die erstmal subscriben lässt für ein Newsletter und dann in ein Funnel reinschickst, wo sie vier, fünfmal von dir eigentlich erst Mehrwerte kriegen. Also die sind grundsätzlich Hausbesitzer. Ich habe zum Beispiel auch monatlich ein Newsletter, der so ein bisschen darum geht, hey dein Haus im Januar, dein Haus im Februar. Das heißt, da sind so ein paar aktuelle Themen rund ums Haus drin. Aber auch sowas wie, was gibt es neue Regularien Richtung Stromzähler, Smart-Stromzähler und Co. Also da hast du das Gefühl, du wirst abgeholt. Und dann irgendwann hinten daraus sagst du, es gibt eigentlich eine App, der steht jetzt noch nicht, aber den habe ich auch schon sehr lange bei mir im Kopf, um einfach noch mal die Leads so ein bisschen abzuholen. Oft werden auch Free Tools genannt, also ob du irgendwelche Rechner hast und Co. über die dann Leute auf deine Seite kommen.

Jan: Ja sprich eigentlich muss man da das machen, was den meisten Produktleuten ja nahe liegt. Ist ein bisschen zu überlegen, warum kommen die Leute, was ist deren Problem, welche Journey verlaufen die hier und wie hole ich sie da ab, wo sie sind, um sie reinzuziehen. Also Empathie für die Leute aufbauen, die meinen Inhalt sehen und sich überlegen, was brauchen die eigentlich als nächstes.

Carsten: Genau und das wissen die im Zweifel selber noch nicht. Ich bin da auch gerade so ein bisschen gebrandmarkt, weil ich dem Buch von Russell Brunson hieß, der Traffic Secret durch bin und da geht es sehr viel über Click Funnels und wie du die Leute sozusagen abholst. Und da ist es glaube ich noch expliziter so ein bisschen, dass du wirklich sagst, okay, es gibt diesen kalten Traffic, aber wie komme ich eigentlich an diesen warmen Traffic ran? Und da ist die These so ein bisschen, eigentlich musst du deine Top 100 Influencer, Portale, Blogs und Co finden, die in deiner Zielgruppe unterwegs sind. Und daran musst du irgendwie rankommen und dich dann katapultieren lassen sozusagen. Also die haben die Zielgruppe und wie kommst du dort eigentlich rein? Also oder auch ran und sozusagen dort einmal zu erscheinen. Also eine der besten Traffic-Quelle bei mir war auch eine Kooperation mit einer anderen App, wo ich mit aufgelistet wurde im Blog. Und darüber kamen einfach wirklich viele Nutzer, die eh schon affin waren, um irgendwas im Haus sozusagen zu verbessern über eine App. Das ist natürlich viel einfacher als jemand, der, weiß ich nicht, meinen Abschluss gluckert sucht und dann bei mir im Blog landet halt, ne?

Jan: Ja. Ja, verstehe ich. Total spannend. Also gerade auch aus der Produktbrille draufgeschaut. Wenn ich unser Gespräch mal versuche, bis hier zusammenzufassen, dann haben wir ja eigentlich in der Produkt Community heute die Erzählung, ah ja, bauen ist immer einfacher geworden. Speziell in den letzten halben Jahren, das erst mal ein gewisser Mythos. Man konnte auch vorher schon mit No Code Tools klar nicht mehr ganz so barrierefrei, wie es heute ist, aber man konnte auch vorher schon ohne Engineering-Fähigkeiten selbst was bauen. Und Product Market Fit ist wichtig, auch das einmal Haken dran. Aber deine Vertriebsstrategie, wie setzt du dein Marketing auf, ist mindestens genauso wichtig für dein Wachstum, wenn nicht sogar ein Ticken größer.

Carsten: Ja, also 50-50 immer. Mindestens 50-50, würde ich sagen, musst du da nachher die Aufteilung haben, wenn du das Gefühl hast, du hast ein fertiges Produkt.

Jan: Wenn ich jetzt mich auf eine ähnliche Reise begebe, wie deine das der Fall war, und ich komme eher aus einer Produktbrille heraus, was sind so die typischen Sachen, die ich, wenn ich an Marketing und Vertrieb denke, vielleicht unterschätze oder falsch einschätze?

Was Produktleute über Marketing lernen müssen: Sprache, Sticky Onboarding und Retention

Carsten: Ich glaube, so ein Klassiker ist so ein bisschen die Denk, okay, wenn das Produkt gut genug ist, dann wird schon das Wachstum von alleine kommen. Also das hatten wir so ein bisschen mit Product Led Growth. Das wird, glaube ich, in den seltensten Wellen passieren. Andersrum kann man aber auch positiv sagen, fehlende Nachfrage an deinem Produkt bedeutet nicht unbedingt auch, ich habe ein Produktproblem, sondern es kann einfach sein, dass du die Marketingstrategie noch nicht umgesetzt hast, die für dein Produkt passt. Dann das ganze Thema Marketing Sprache. Also ich bin in so einer Product Community sozusagen, sehr viele Techies und was mir da schon auffällt, wenn wir manchmal so ein bisschen Landing Page Roast und Co., dass da oft die Produkt Sprache vorherrscht. Also dass du einfach sagst, was ist eigentlich die Marketing Sprache, emotional, Stories machen, dass du den Nutzer so ein bisschen Hooks, Sticky Apps machst, Sticky Produkte machst und so. Dieses Verständnis, das ist glaube ich super, super wichtig.

Jan: Um es mal greifbar zu machen, mach mal ein technokratisches Produkt fokussiertes, mach mal einen technokratischen Produkt fokussierten Pitch für Homerocker und danach mal einen emotionalen.

Carsten: Also der, ich glaube, du kannst halt sowas sagen wie, bei Homerocker hast du alle Aufgaben in einer App. Und wie du es aber vielleicht besser machen müsstest, und so mache ich es leider auch noch nicht, ist ein Bild von einem zufriedenen Hausbesitzer, der hochspringt und dann den Slogan, das gute Gefühl am Haus alles im Griff zu haben. Also darum geht es ja so ein bisschen, dass du sagst, warum Homerocker die Funktion ist. Du hast eine Aufgabenübersicht, deine Aufgaben sind da drin, und so kannst du das auch betiteln. Aber worum es eigentlich geht, ist ja, dass die Leute das gute Gefühl haben und die Sicherheit haben. Ich muss mich nicht ständig mit dem Mental-Load beschäftigen. Funktionieren meine Rauchmelder, habe ich unten irgendwo Schirmele, feuchte Wände und so was. Sondern du checkst das regelmäßig mit der App ab und bist safe. Also kannst du nach außen treten und sagen, ich habe alles im Griff im Haus. Ein gutes Beispiel ist vielleicht auch von unserem gemeinsamen Arbeitgeber Eventing damals, wo wir immer gesagt haben, auf der Website stand so was wie, wir sind Europas größte Plattform für Event Locations. Und ich irgendwann schon auch der Meinung war, okay, was verkaufen wir hier eigentlich? Wir vermitteln halt Event Locations, ja. Aber am Ende sind das halt Veranstaltungen, da kommen Menschen zusammen, die miteinander reden, Netzwerken, Hochzeiten im Zweifel, B2B-Events. Du musst viel mehr mit Bildern, Emotionen kommunizieren, was Eventing macht sozusagen und gar nicht wirklich sagen, was die Funktion dahinter ist.

Jan: Ja, aber witzig, ich meine, du kommst ja aus dem Marketing und trotzdem ist es für dich selbst die Herausforderung. Ich glaube ja, das kommt immer daher, man verbringt ja selbst dann 80 Prozent der Zeit damit zu bauen und dann ist man so verliebt in das, was man da gebaut hat und will erzählen, was man gebaut hat. Aber das ist nicht der Punkt und ich finde es spannend, dass du trotzdem, obwohl du ursprünglich aus dem Marketing kommst, trotzdem auch sagst, du machst es auch noch nicht perfekt und du läufst auch immer in die Fallerei.

Carsten: Das fällt mir super schwer und ich habe jetzt vor kurzem, glaube ich, eine Lösung gefunden im Zuge dessen, dass ich mein Produkt gerade auf EN umschreibe, habe ich jetzt gerade die Website angefasst und auch eine EN-Version gemacht. Und im Englischen ist das viel einfacher, so ein bisschen sticky, emotional, mit Slogans und Co. zu machen, sodass ich da hingegangen bin und ein Chat GBT oder Gemini, weiß gar nicht, wer das war, gefragt habe, hey, pass mal auf, mach mal bitte die super coole Story, emotionsgeladenen Website auf EN, bitte einmal in Deutsch. Und dann hat das einfach nicht funktioniert. Vielleicht ist es auch ein Sprachproblem, ich weiß es nicht, aber es klang halt einfach nicht mehr so cool, wie es nachher im Englischen klang. Und dann bist du halt relativ schnell wieder dabei, wie kriegst du da Emotionen rein?

Jan: Ja, super spannender Punkt, ich glaube, da laufen wir alle immer wieder rein. Man verliebt sich einfach in das, was man da gebaut hat. Wie bricht man es auf? EKI, ein Ansatz, auf Deutsch trotzdem schwierig, verstanden. Du hast aber gerade auch einen Punkt erwähnt, Landing Page Roasting hast du es glaube ich gerade genannt. Das heißt, bist du mit anderen Gründern und Gründerinnen vernetzt und ihr zeigt euch gegenseitig eure Landing Pages und sagt, die ist Mist oder wie kann ich mir das vorstellen?

Carsten: Ja, genau, wir haben so eine Community, über Discord läuft das und man kann auch jeder rein, die ist frei. Also gerne Bescheid sagen und dann kommen wir dazu. Initial war es die Minimal Empires Community und verschiedene Channels. Also da werden sowohl Feedback-Fragen erklärt, aber auch manchmal einfach, hey, ich habe einen neuen Funnel, ein neues Onboarding, könnt ihr mal reingucken. Ich habe hier bei Producton relaunched, könnt ihr mal bitte Feedback geben. Also da unterstützt man sich so ein bisschen. Die ist sehr techie gefüllt, glaube ich noch. Aber durchaus auch viele Marketing-Themen da drin.

Jan: Ja, spannend. Wenn man jetzt sagt, ich will da mit rein, soll man dich einfach mal bei LinkedIn hinzufügen?

Carsten: Ja, genau. Einfach mal anschreiben. Genau.

Jan: Der Link ist in den Show Notes.

Carsten: Oder nach minimal empires googlen, dann kommt man da wahrscheinlich auch drauf.

Jan: Genau. Googlen oder auch der Link ist in den Show Notes. Das heißt, der Carsten Weg, der Show Notes Weg, alles geht. Es gibt aktuell diese These, dass dadurch, dass Bauen immer leichter wird, es immer mehr Tools für den Bau von Apps gibt und man das mit geringeren Mitteln selber machen kann, eine gewisse Gefahr besteht, dass jemand anderes kommt und einfach immer schnell nachbaut, was ich eh gerade gebaut habe. Wie siehst du diese Sorge, dass jetzt morgen jemand um die Ecke kommt und einfach das Gleiche macht und der hat dann alle Nutzer?

Carsten: Glaube ich nicht. Also, ich glaube, das wird oft als, also aus den Erfahrungen, die ich gemacht habe, kommt sowas oft als zusätzlicher Grund, Dinge nicht anzugehen. Also, ich habe immer das Gefühl, auch in den Communities, in denen ich mich rumtreibe, es ist immer besser, dort auch so eine Idee früh zu pitchen, in den Austausch zu gehen, um einfach Feedback einzuholen, wohlwissend, dass da vielleicht andere Gründer sind, die die Idee aufschnappen können. Natürlich, wenn dein Produkt nachher fliegt, wirst du auf jeden Fall mehr Copycats haben. Und dann geht es so ein bisschen darum, dass du wahrscheinlich Angst hast, ok, wenn du jetzt Bootstrapped bist, dass da jemand kommt, VC funded, schmeißt du halt irgendwie richtig Geld rein und dann hast du halt ein Problem. Dann musst du halt gucken, wie du dich so ein bisschen differenzierst, auch als Bootstrapper. Aber wenn du an dem Punkt bist, also dann hast du es ja eh schon geschafft. Also ich glaube, dann ist es ein Luxusproblem, glaube ich. Das darf dich niemals davon abhalten, zu starten, glaube ich.

Jan: Stimmt. Und wenn du an dem Punkt bist, das Copycats VC Geld einsammeln, dann kannst du das ja selber auch machen und hast noch den Vorteil, dass du schon auf dem Markt etabliert bist.

Carsten: Genau. Also du hast natürlich dann deine Zielgruppe schon und du differenzierst dich ja auch irgendwie ein bisschen ab. Also gerade Bootstrapper sind ja oft so die, die sagen ok, mir ist schon wichtig, die extra Meile auch für die Zielgruppe zu geben, für den Kunden, für den Nutzer. Das kann VC-Funded vielleicht nicht unbedingt, weil da geht es ja irgendwie auf Wachstum, Schnelligkeit und Co. Du bist ja auch in einer Nische unterwegs. Eine Nische ist auch oft viel groß und eben weniger interessant. Aber klar, also bei mir gibt es auch Wettbewerber, die gucke ich mir an, die gucken mich an. Das ist aber noch nicht so groß, dass es irgendeine Rolle spielt. Also dafür, glaube ich, kannst du an einem Punkt erst mal ankommen, wo du sagst, du machst gut Geld damit. Und dann ist das eher ein Luxusproblem, meiner Meinung nach. Also auch in meiner Erfahrung noch.

Jan: Okay. Und ich habe dich ja jetzt gerade relativ viel dazu ausgefragt, was Produktleute über Marketing lernen müssen, auf verschiedenste Arten und Weisen. Mich interessiert natürlich auch du als jemand, der aus dem Marketing kommt. Was hast du auf deiner Founder Journey jetzt über die Produktarbeit gelernt?

Carsten: Gute Frage, habe ich noch so gar nicht wirklich drüber nachgedacht, aber so ein bisschen die Liebe zum Detail. Also, dass auch wenige Veränderungen, UX, UI, schon irgendwie die Größe hier beseigen können. Und ich erkenne mich auch immer wieder in diesem Todeskreislauf. Ich habe eine Idee, setze mich ran, fange an zu bauen. Und drei Stunden später sage ich, okay, sag mal, eigentlich hast du eine andere Priorisierung heute. Du wolltest doch Focus Marketing oder irgendwie in die Richtung. Was machen wir denn? Du hast aber irgendwie diese Idee und versuchst das irgendwie umzusetzen. Hast Spaß beim Bauen. Also das ist ja auch oft so, dass man sagt, okay, das Bauen selbst ist das, was mich so satisfying macht. Und am Ende streist du das Feature wieder und sagst halt irgendwie, das ist ja überhaupt nicht das, was du eigentlich gerade suchst oder brauchst. Das klang gut und war auch in der Herstellung gut. Ja, ansonsten ist das schon was anderes. Und was mich beim Marketing früher auch immer wirklich ein bisschen genervt hat, ist, dass du Dienstleister warst. Also innerhalb eines Unternehmens, wie bei InnoGames, wo wir mit den Produktmanagern von den Spielen sozusagen agiert haben, waren wir immer Bid-Steller. Wir waren Empfehler sozusagen für Dinge, die sie bitte umsetzen. Aber das war nie dein Baby, ne? Das war so ein bisschen die Schwierigkeit. Und das jetzt selber zu haben, sozusagen so ein Produkt, ist nochmal was anderes. Es fühlt sich einfach nochmal anders an.

Jan: Es ist auch cool, dass du jetzt beides in einer Hand hast. Ich würde sagen, auch bei EventInc war das ja nicht immer ganz reibungsfrei. Und ich glaube, das ist auch eine natürliche Reibungsfläche zwischen Marketing und Produkt, wo Marketingleute ganz oft auf Dinge aus dem Produkt angewiesen sind. Produktleute sich gegenseitig aber auch oft mehr Verständnis von Marketing wünschen. Und da kann eine produktive Reibung daraus werden. Das ist natürlich super spannend, wenn du alles in einer Person vereinst.

Carsten: Genau, ich fand das bei uns auch schon, auch bei EventInc, sehr fortgeschritten. Auch der Austausch und ähnliches. Aber manchmal, wenn du in einem Unternehmen arbeitest, wo du merkst, du hast zum Beispiel noch sehr viel zu tun, was Produkt angeht, dann kannst du im Marketing eigentlich nicht noch weiter voranpreschen, sondern musst vielleicht auch mal ein Stück weit warten, dass das Produkt weiter adaptiert wird. Und dann bist du aber abhängig von dem Produkt auch.

Jan: Genau, und als einzelne Person kannst du dann einfach sagen, na gut, dann shift ich meinen Fokus jetzt erstmal eine Weile aufs Bauen. Und dann wieder umshiften auf den Marketing.

Carsten: Klar, wenn sich bei mir irgendwie Supportanfragen melden mit, hey, pass mal auf, ich kann mich nicht registrieren, dann mache ich natürlich kein Marketing, sondern dann baue ich die Registrierung wieder heiler. Aber das ist eben das Gute, du weißt ja alles in einer Hand, dass du auf schnellem Wege halt.

Jan: Ja, wenn wir mal versuchen, die Klammer zu schaffen. Wir haben ziemlich viele Aspekte berührt. Also wie wichtig ist Product Marketfit heutzutage? Welche Vertriebskanäle sind noch relevant? Wie wähle ich sie aus? Wie wege ich ab zwischen Vertrieb, zwischen Product Marketfit finden, etc., etc.? Wenn wir mal versuchen, die Klammer zu machen und mal sagen, es ist jetzt 2026, es ändert sich einiges in den Vertriebskanälen, es ändert sich einiges in der Art und Weise, wie ich baue, als jemand, der mittendrin steckt. Was, glaubst du, ist heute wichtig für Leute, die jetzt starten?

Carsten: Also ich glaube, dass man, einer der größten Hürden bei mir war auch, so ein bisschen den Mut zu finden, diesen Weg zu gehen gegen alle, was heißt Widerstände. Natürlich musst du es einmal zu Hause in der Familie sozusagen abklären, dass du jetzt diese Reise gehst, aber auch gegenüber allen Freunden, Familie und Co. eben, wie oft man sich irgendwie erklären muss, was man eigentlich jetzt vorhat. Und dass das dazu stehen und sagen, hey, pass auf, ich mache jetzt hier irgendwie meine Erfahrung. Das wird positiv oder vielleicht auch negativ. Aber am Ende bringt mir das mehr als zwei Jahre Angestelltenverhältnis sozusagen.

Jan: Erfahrung ist es in jedem Fall.

Carsten: Genau. Und hartnäckig dranbleiben. Und ich glaube, man unterschätzt, wie hoch dann doch die Wahrscheinlichkeit ist, dass, wenn du konsequent eine gute Idee hast, die pusht, dass es da wirklich Zielgruppen gibt, Märkte gibt, wo du halt erfolgreich sein kannst. Und du musst nicht das nächste Dropbox & Co. bauen, sondern es gibt unfassbar viele Apps, die unterm Radar fliegen, die solide Geld machen. Und das kann so ein bisschen das Ziel sein. Aber es ist halt schwer, diese Denke so aufrecht zu erhalten. Mir hat halt geholfen, relativ schnell mich in Austausch zu begeben mit anderen, weil mein Freundeskreis eben nicht aus Gründern besteht, da relativ jemanden zu finden, die einen ähnlichen Weg gehen.

Jan: Wo hast du die gefunden?

Carsten: Über die Community, über die Community, genau. Dasgott und Co. Es gibt dann, wenn du mal Indie-Hackers suchst, und Co. indiehackers.com und so, es gibt da zig Möglichkeiten, wo du dich austauschst. Oder natürlich auch Face-to-Face oder so. Dann ist bei uns ja auch so passiert, wir haben wieder mehr Kontakt, weil wir beide merken, okay, wir gründen Überschneidungen so. Und dann hast du da natürlich auch wieder Leute. Und ansonsten schnelle Validierung haben wir besprochen, glaube ich, dass du nicht ewig an einer Sache baust und dann halt stirbst, ist jetzt vielleicht ein bisschen im Kontrast zu sehen, zu dem, was ich eben gesagt habe, dass du dir schon noch Zeit geben sollst. Aber du musst halt an irgendeiner Stelle irgendwie denken, okay, in zwei Jahren oder ist es jetzt ein Aufbauprojekt? Willst du Rüstzeug lernen oder ist es jetzt irgendwie nach einem Jahr muss halt der und der Umsatz dastehen? Also die Ziele solltest du schon einmal machen, in einer Nische finden. Vielleicht noch so ein bisschen hatten wir. Was vielleicht noch ein bisschen zu kurz gekommen ist, dass du auch irgendwie das Onboarding bei deinem Produkt im Kopf behältst. Ich glaube, das wird immer wichtiger, auch im nächsten Jahr, dass du sagst, die Nutzer kommen rein, müssen sofort sticky sein, du musst einen Aha-Wow-Effekt haben. Also ich kenne Leute, die die Apps so rum bauen. Also die fangen an mit dem Onboarding, haben Keyfeature und fangen dann an, das Onboarding halt so zu gestalten, dass du die ersten zwei Minuten halt das Gefühl hast, okay, das bringt mich halt richtig weit nach vorne. Und das zu, das haben wir damals schon bei InnoGames gehabt. Also die ersten Minuten der Nutzer im Spiel, wie kriegst du es hin, dass die gleich das Gefühl haben, okay, das läuft. Das ist glaube ich nochmal super wichtig, vor allem vor dem Hintergrund, dass es immer mehr Produkte wahrscheinlich jetzt geben wird, dass du halt so ein bisschen sticky bist.

Jan: Ist übrigens auch ein Klassiker, glaube ich, für jedes Product-Team. Nicht nur jetzt für Leute, die gerade Bootstrappen oder die gerade was, muss ja nicht gebootstrapped sagen, die gerade was Neues bauen. Weil alle, die daran arbeiten, haben in ihren Accounts ja immer schon fertige Daten etc. Das heißt, das leere Produkt sieht man als jemand, der daran arbeitet, selten. Aber jeder, der neu anfängt, sieht immer das leere Produkt. Und sich daran zu erinnern, wie sieht das für Leute aus, die hier noch keine volle Tabelle haben, die keine Suchergebnisse finden, wo es noch keine Karte gibt. Ich glaube, das ist absoluter Klassiker, dass das vergessen wird.

Carsten: Da habe ich hundertmal wieder dran gearbeitet, alles über den Haufen geschmissen, wieder neu gemachtes Onboarding. Also das ist eine Wissenschaft für sich. Und vielleicht als letzten Punkt noch so ein bisschen, weil ich selber aus der Ecke komme und für CRM immer mal gerne eine Lanze breche, vergisst, glaube ich, auch insbesondere, wenn man so ein Saas-Unternehmen aufbaut mit irgendwie Subscriptions, dass die erste Payment feiert man ohne Ende, aber dann gibt es halt im nächsten Jahr natürlich auch wieder, hoffst du auf den Recurring Revenue und der passiert nicht, indem du das Produkt so aufbaust, dass du sofort eine Lösung hast und dann du musst halt immer überlegen, wie mache ich dieses Produkt so, dass du auch langfristig Wert schaffst für das Produkt und wenn es nicht so ist, für den Nutzer, wenn es nicht so ist, du dir Gedanken machst, vielleicht ist es auch ein One-Time-Purchase und gar kein Saas, weil ja, und da kannst du viel mit CRM machen. Also bei mir ist es halt über einen monatlichen Newsletter, über verschiedene Ketten, die ich laufen habe. Jetzt komme ich aber eben auch aus dem Hintergrund, aber dass du eben guckst, wie schaffst du eigentlich Retention und reduzierst CHRN und kommunizierst auch nach außen, warum es Sinn macht, dieses Produkt auch über zwei, drei Jahre zu nutzen.

Jan: Okay, das heißt, nicht nur den initialen Product Market Fit im Blick haben, nicht nur die initiale Akquise Strategie im Blick haben, sondern wenn man Haken an den beiden Themen hat, wie kann ich Retention stärken, wie kann ich CHRN reduzieren, das genauso dann als dritten Aspekt mit in den Blick zu nehmen.

Carsten: Also das ist oft nachgelagert, finde ich sicher auch immer wieder. Das ist bei mir jetzt eben auch das Thema, wenn du sagst, Product Market Fit steht, dann irgendwie Ausbau, Marketing und Co. Aber dann, wie schaffe ich es eigentlich, dass die Leute, die damals gesagt haben, hey, finde ich cool das Produkt, ein Jahr lang nichts von Homerocker hören, nur von Apple dann die Notiz kriegen, Achtung, dein Abo läuft aus, willst du nochmal 20 Euro zahlen, dann denken die sich, hey, wir waren ja nochmal Homerocker. Du musst halt immer wieder am Kopf bleiben, so ein bisschen. Und als Experte in dem Zweifel auch. Nicht nur durch die Apps, sondern auch durch andere Plattformen oder durch andere Punkte.

Jan: Cool. Danke für den Input. Gibt es einen Aspekt, der in deiner Bootstrapping-Journey irrelevant war, über den wir jetzt aber noch gar nicht gesprochen haben oder aber sagst, das muss man in dem Kontext eigentlich noch erwähnen?

Carsten: Nein, wir haben glaube ich über viele Themen eigentlich gesprochen. Ja, finde ich gut.

Jan: Dann, bevor wir in die schnellen Schlussfragen übergehen, gibt es irgendwas, wenn jetzt jemand zuhört und sagt, Carstens Journey finde ich cool, vielleicht möchte ich mit ihm in Kontakt treten, vielleicht braucht er Support bei irgendwas. Gibt es irgendwas, wo du dir sagst, da können sich Leute gerne bei mir melden?

Carsten: Immer. Also Austausch über Kuhl, gerne über LinkedIn, von Gründern, die schon unterwegs sind und einfach ein bisschen Sparing-Panner brauchen, aber auch Leute, die vielleicht am Anfang stehen, wenn ich da helfen kann, gerne.

Jan: Cool. LinkedIn, LinkedIn natürlich in den Show Notes. Dann kommen wir zu den schnellen Schlussfragen. Bist du bereit?

Carsten: Ja.

Jan: Was war als Angestellter schöner als Soloprenor?

Carsten: So viel zu schnell. Am Büroalltag.

Jan: Ja, also einfach den Austausch mit den Leuten jeden Tag irgendwo hingehen. Routine.

Carsten: Also ich feiere schon auch meine Routine zu Hause, aber es macht was mit Menschen, wenn die zusammenkommen, glaube ich. Unternehmenskultur und Co. Nicht, dass ich das komplett vermisse, aber das ist schon ein Vorteil.

Jan: Und welchen Aspekt aus der Soloselbständigkeit jetzt würdest du nie mehr aufgeben wollen?

Carsten: Die Flexibilität. Also selber entscheiden zu können, ob ich um 14 Uhr meine Kinder abhole mit den Fußballspielen im Garten und dafür dann abends von 20 Uhr bis 22 Uhr weiter baue. Diese freie Einteilung der Zeit ist schon super.

Jan: Finde ich sehr, sehr nachvollziehbar. Wenn du Homerocker heute gründen würdest, was würdest du anders machen?

Carsten: Das Design, glaube ich. Ich habe in letzter Zeit oder in dem ganzen Verlauf dieser Wege, in dem ich gegangen bin, schon sehr viel dazugelernt, was UX, UI angeht, Design. Ich wäre, glaube ich, vom Farbspektrum ein bisschen anders unterwegs. Also natürlich diverse andere Themen auch noch, aber das fällt mir jetzt gerade so spontan ein, weil ich immer mal wieder darüber nachdenke, ein paar Sachen anders zu machen. Aber wenn du das anfängst, dann bist du schnell wieder in dieser, ist das wirklich das größte Problem, das ich gerade habe?

Jan: Wir machen jetzt erstmal ein Redesign-Projekt. Und was glaubst du, wie sich die Bedingungen für so Solo-Founder in den nächsten fünf Jahren noch entwickeln werden?

Carsten: Positiv. Ich glaube weiterhin, dass man nicht die Angst haben braucht, haben wir vorhin darüber gesprochen. Jetzt werfen alle Menschen irgendwelche Produkte auf den Markt und es wird für mich zu schwer, in die Competition zu gehen. Ich glaube eher, dass wenn du dir selber diesen Mut oder die Situation schaffst im Familienumfeld, dass du ein, eineinhalb Jahre Vollgast geben kannst, mein Produkt zu gehen, dann ist die Hürde kleiner. Du hast so viele Möglichkeiten, dir Zeug anzueignen. Jetzt kannst du natürlich sagen, du bist viel mehr abgelenkter heutzutage durch Social Media Co und weißt nicht, was du alles machen kannst. Also es ist eine Art Selbstdisziplin auch, dass man sagt, okay, ich setze mich da auch hin und habe da Lust drauf. Aber ich glaube die Zeiten jetzt sind super.

Jan: Welchen Vorteil hast du als Solo-Bootstrapper gegenüber Leuten, die, sagen wir mal, eine halbe Million Seedfunding eingesammelt haben?

Carsten: Schnelle Umsetzung, also du kannst super schnell reagieren. Das ist auch das, was ich immer wieder Feedback von den Nutzern höre, dass die oder tatsächlich auch Bewertungen in den App Store oder so, die dann sagen, wow, Sonntag geschrieben, Sonntag gab es eine Rückmeldung. Ich bin sogar auch noch in der Situation, dass ich durch No-Codes super schnell Features anpassen kann. Also wenn ich merke, irgendeiner kommt gerade überhaupt nicht klar oder hat unbedingt die und den Wunsch, und das kostet mich fünf Minuten Aufwand, ja warum nicht? Also dann implementiere ich das gerne. Und das hast du halt nicht, wenn du ein großes Unternehmen bist.

Jan: Welches Produkt, digital oder physisch, hat dich zuletzt persönlich so richtig begeistert?

Carsten: Das Rennrad vielleicht. Ja, das hat mich letztes Jahr viel begleitet beim Triathlon. Aber vielleicht jetzt in Richtung digital überlege. Das Babyphone ist es zum Glück nicht mehr. Da muss ich so konkret noch mal drüber nachdenken.

Jan: Aber die Frage war ja auch, digital oder physisch das Rennrad. Das ist ja eine sehr gute Antwort. Und welcher private Bereich deines Lebens wurde am stärksten durch deine Arbeit an Homerocker geprägt?

Carsten: Die Familie selbst. Du hast dadurch sehr viel Spannung rausgenommen. Jetzt ist bei uns aber auch so ein bisschen, das kann wahrscheinlich auch nicht jeder so umsetzen, wie wir es gemacht haben, von der Idee wegzugehen. Beide müssen Vollzeit in das Angestelltenverhältnis zu gehen. Und ich hatte ja nun auch bei EventInc am Ende auch irgendwie Chancen da noch irgendwie. Ich habe dann ja in Teilzeit mehr oder weniger noch das Marketing gemacht. Das ist super anstrengend. Dann hast du zwei Kitties zu Hause. Die Stimmung war schon eine andere. Viel angespannter. Jetzt haben wir uns das aber auch so aufgebaut, vielleicht ein bisschen privilegiert, dass wir diesen Weg eingeschlagen sind. Aber der ist eben auch so fruchtet ganz gut, dass einer so ein bisschen mehr Teilzeit seine Selbstständigkeit macht und sich so ein bisschen mehr um Familie und Kids kümmert und der andere macht halt Vollzeit. Finde ich fast besser.

Jan: Da sind wir wieder bei der Flexibilität, die du gerade so gepriesen hast.

Carsten: Ja.

Jan: Was ist das beste Fachbuch, das du je gelesen hast?

Carsten: Muss ich dir im Nachhinein sagen, also es gibt ein, zwei Bücher, die mich auf die Reise gebracht haben, glaube ich. Das sind dann auch Empfehlungen gewesen, die ich aufgeschnappt habe. Ich kann dir die aber gar nicht mehr alle so nennen. Also eins, was ich jetzt noch im Kopf habe, das ist aber gar kein wirkliches Fachbuch am Ende, sondern das war Go One More Mile von diesem deutschen Extremläufer. Der ist so ein bisschen viral gegangen, weil der in den Staaten so einen krassen Lauf, wer hat den ja gewonnen hat?

Jan: So ein Mammutlauf, wo man ewig weit läuft?

Carsten: Ja, da geht es so ein bisschen darum, dass du, ich glaube, in unter einer Stunde 6,5 Kilometer läufst und immer eine Runde, immer wieder eine neue Runde läufst. Und dann hast du halt, je nachdem, wie schnell du die läufst, hast du halt kurz Pause. Und dann ist die Frage, wie viele Runden läufst du da? Und die sind da über zweieinhalb Tage durch Tag und Nacht gelaufen. Und das war so ein bisschen überraschend, dass der Deutsche da so zu lang durchhält und hat sich dann mit einem zuletzt gebattelt. Und dann kam Sturmregen und dann mussten die das abbrechen so. Und die waren nicht klein zu kriegen. Und daraus entstand so ein bisschen ein Buch von den Organisatoren dahinter, sozusagen. Das war so ein bisschen, natürlich ein bisschen arme übertrieben lastig, aber am Ende sind da schon ein paar Sachen bei, die mich immer irgendwie auch motivieren. Es ist nicht so, dass ich das eins zu eins verfolge, aber ich finde, solche Bücher geben mir immer noch mal so ein bisschen den extra Push, da noch mal voranzugehen, sowohl sportlich als auch im Arbeitsbereich. Aber ich kann dir gerne noch mal ein paar Bücher, Fachlieferbücher, darüber schicken, die bei mir noch rumliegen.

Jan: Sehr gut, dann kommen die in die Show-Notes.

Carsten: Gerne, ja.

Jan: Und was ist der beste Ratschlag, den du je bekommen hast?

Carsten: Ich glaube, dass ich beim Handeln oder bei den ganzen Dingen, die ich so mache, nicht so viel darauf achten sollte, was andere von mir und von meinem Tun denken. Das grenzt sich eigentlich oft nur ein. Und vielleicht war ich da auch so ein bisschen gebrannt, oder war schon immer so mein Thema gewesen. Aber mich davon zu lösen, ist, glaube ich, die größte Herausforderung gewesen. Und das immer wieder gesagt zu bekommen, ist schon gut.

Jan: Okay. Und die letzte Frage. Was willst du noch loswerden, obwohl ich dir keine Frage dazu gestellt habe?

Carsten: Nichts Konkretes. Vielen Dank auf jeden Fall für die Einladung. Cool, dass wir auch über die Gründung jetzt wieder so ein bisschen mehr Kontakt haben. Ich verfolge auch deine Reise und es ist super spannend zu sehen. Und dass wir so, hätten wir vor fünf Jahren wahrscheinlich nicht gedacht, dass wir hier noch mal zusammensitzen und den Austausch haben.

Jan: Nee, wahrscheinlich nicht. Ja, super. Carsten Bohling, vielen Dank.

Carsten: Vielen Dank für die Einladung.

Jan: Damit sind wir am Ende der inzwischen 16. Produktkraft Folge. Wie immer die Bitte abonniert den Kanal und gibt mir eine gute Bewertung, wenn ihr es noch nicht getan habt. Das hilft nämlich der Reichweite. Schnelle Schlusswort. Ich selbst mache freiberufliche digitale Produktarbeit. Wenn das für euch interessant sein kann, dann schreibt mir gerne unter janedproduktkraft.com und ansonsten bleibt mir noch zu sagen, danke an Tim Nippert für das Audioengineering dieser Folge und vielen Dank noch mal an Carsten Bohling für das spannende Gespräch. Auf bald!

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